Elegante Frau in dunkelblauem Flare-Denim mit cremefarbenem Shirt und goldenen Heels – Editorial Modefoto im Vogue-Stil

Denim-Guide Teil 3: Flare · Bootcut · Culotte

May 18, 2026

◆ DENIM-GUIDE SERIE · TEIL 3/4

Diese Schnitte erzählen eine Geschichte.

Wir sind jetzt in Teil 3 unseres Denim-Guides. Und ich muss sagen: Das sind meine liebsten Schnitte der ganzen Serie.

Flare. Bootcut. Culotte. Diese drei Schnitte haben etwas gemeinsam: Sie alle verändern eine Silhouette. Nicht ein bisschen – wirklich. Sie formen. Sie strecken. Sie geben dem Look eine Richtung.

Wer einen Flare trägt, entscheidet sich für eine Aussage. Wer eine Culotte trägt, sagt: Ich kenne meinen Stil. Und wer Bootcut trägt, verbindet Jahrzehnte der Modegeschichte mit dem heutigen Tag.

Was diese drei Schnitte verbindet.

Alle drei sind unten weiter als oben – und das balanciert jede Silhouette.

Das Grundprinzip für alle drei: Das Oberteil darf ruhig körpernah sein. Weil das Volumen unten liegt, braucht es oben keine zusätzliche Fülle. Ein anliegendes Shirt, eine taillierte Bluse, ein schmaler Rollkragenpullover – das funktioniert mit allen dreien wunderbar.

Und noch etwas gilt für alle: Der Schuh macht den Schnitt. Bei Schnitten die unten ausgestellt sind, entscheidet der Schuh ob der Look wirkt oder nicht.

Flare – die 70er sind zurück. Und sie bleiben.

Flare ist die Hose die Frauen auf den Laufstegen der Siebziger berühmt gemacht hat. Breit an der Hüfte, schmal am Oberschenkel, und dann ab dem Knie weit ausgestellt. Manchmal subtil – manchmal dramatisch. Immer mit Charakter.

Für wen?
Für Frauen mit schmalen Hüften die Kurve wollen – Flare gibt sie. Für Frauen mit breiten Schultern – Flare gleicht die Proportionen aus. Für alle die ihre Beine lang wirken lassen wollen.

Was er bewirkt:
Er gibt dem Look Bewegung. Wenn du gehst, schwingt der Stoff. Das ist kein Fehler – das ist der Charakter des Schnittes. Flare lebt in Bewegung.

Wie du ihn trägst:
Flare braucht Absatz – mindestens einen kleinen. Die Hose soll fast den Boden streifen. Oben: tailliert und schlicht. Ein anliegendes Shirt, eine eingesteckte Bluse. Der Flare ist laut – das Oberteil darf leise sein.

Meine liebste Kombination: Dunkelblauer Flare + cremefarbenes tailliertes Shirt eingesteckt + goldfarbener Kitten Heel.

Länge:
So lang wie möglich ohne auf dem Boden zu schleifen. Mit dem richtigen Absatz streift die Hose leicht den Boden vorne – das ist gewollt.

Unsere Empfehlung: Red Button – wunderschöne Waschungen, ausgezeichnete Qualität.

Bootcut – slim oben, Schwung unten.

Bootcut ist Flares kleiner Bruder. Eleganter. Dezenter. Aber genauso wirkungsvoll. Er sitzt schlank an Hüfte, Gesäß und Oberschenkel – und öffnet sich dann ab dem Knie leicht. Gerade genug um einen Absatzschuh darunter verschwinden zu lassen.

Für wen?
Der Universalschnitt unter den ausgestellten Jeans. Er schmeichelt Frauen mit kurvenreicher Figur besonders: Die enge Partie oben betont die Taille, der leichte Schwung unten balanciert die Hüfte. Für kleine Frauen oft besser als Flare – weniger Stoff, braucht weniger Länge.

Wie du ihn trägst:
Ein Stiefel – der klassischste aller Bootcut-Partner – funktioniert perfekt weil er unter der Hose verschwindet und eine durchgehende Linie schafft. Ohne Stiefel: kleiner Absatz oder Loafer mit Sohle. Nie komplett flach.

Länge:
Ähnlich wie Flare – lang. Der Saum soll den Schuh fast bedecken.

Unsere Empfehlung: C.O.J Denim – zeitlose Waschungen, qualitativ überzeugend.

Culotte – cropped, ausgestellt, unverwechselbar.

Die Culotte ist der Schnitt der Frauen am meisten überrascht. Und am meisten begeistert. Sie endet zwischen Knie und Knöchel, ist leicht ausgestellt und hat etwas Spielerisches, etwas Eigenständiges, etwas das sofort sagt: Diese Frau hat Stil.

Für wen?
Für Frauen die ihre Beine schön finden. Und das Geheimnis: Der sichtbare Knöchel macht Beine optisch länger – immer. Auch kleine Frauen können Culotte tragen und damit größer wirken. Vorausgesetzt der Schuh stimmt.

Wie du sie trägst:
Der Schuh ist hier besonders wichtig. Ein eleganter Loafer, ein flacher Sandal, ein Mule – perfekt. Keine hohen Stiefel – die lassen die Culotte kleiner wirken. Oben: körpernah. Ein eingestecktes Shirt, ein anliegender Pullover.

Länge:
Definiert durch den Schnitt – zwischen Knie und Knöchel. Nicht verändern. Das ist ihre Identität.

Unsere Empfehlung: Blue Daze by Summum und Red Button – klassische und modern interpretierte Waschungen.

Drei Schnitte die Beine wachsen lassen.

Flare, Bootcut, Culotte – alle drei verlängern optisch die Beine. Auf drei verschiedene Arten, aber mit demselben Ergebnis. Flare durch dramatischen Schwung und Länge. Bootcut durch subtilen Schwung und durchgehende Linie. Culotte durch den sichtbaren Knöchel.

Das ist keine Übertreibung. Das ist Schneiderei als Handwerk.

Komm vorbei – probier sie an.

Diese drei Schnitte sind die, bei denen ich am meisten erlebe wie Frauen von sich selbst überrascht werden. Weil sie alle auf dem Bügel anders wirken als am Körper. Also: Komm vorbei. Probier sie an. Schau in den Spiegel. Und lass dich überraschen.

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